Das NAG

NEPAL – Strassenkinder in Not

Kathmandu1Nepal liegt südlich der Himalaya-Hauptkette und grenzt im Norden an Tibet, im Westen, Süden und Osten an Indien. Ein Land ohne natürliche Reichtümer, dessen wirtschaftliche Entwicklung durch einen jahrelanger Bürgerkrieg und eine politisch völlig instabile Situation verhindert wird. Armut bestimmt das Leben der rund 30 Millionen Nepalesen, von denen über die Hälfte Analphabeten sind.


Folgen dieser Armut sind unzählige Strassenkinder, welche die Märkte und Tempelplätze der Hauptstadt Kathmandu bevölkern. Kinder, die sich mit Stehlen und Betteln durchbringen und auch im Winter bei Temperaturen unter null Grad Tag und Nacht, auf der Strasse zubringen.


Nur mit fremder Hilfe kann einem kleinem Teil von ihnen eine menschliche Zukunft geboten werden.

Nicole Thakuri-Wick, Gründerin des NAG, tut etwas gegen das Elend der Kinder. Das NAG (Nawa Asha Griha, Heim neuer Hoffnungen) beherbergt rund 200 Kinder. Diese besuchen zusammen mit weiteren rund 150 Kindern aus Elendsquartieren die seit 1998 staatlich anerkannte NAG Tagesschule auf dem Heimareal. NAG unterstützt weitere 350 Tagesschüler in verschiedenen staatlichen Schulen in Kathmandu. (Januar 2012)
Kinder und Jugendlichen bekommen täglich eine gesunde Mahlzeit und Schulbildung für ein eigenständiges Leben als Erwachsene.

Am Anfang

Foto1992 kam Nicole Thakuri-Wick erstmals als Volontärin nach Kathmandu. Die junge Schweizerin war 23-jährig und schnell wurde ihr bewusst, wie sehr sie hier von diesen Kindern gebraucht wurde. Sie hing ihr Ingenieurstudium an den Nagel und eröffnete stattdessen im September 1993 das „Nawa Asha Griha“ (Heim neuer Hoffnung). Spenden aus der Schweiz und von „Les Enfants du Nepal“ aus Frankreich ermöglichten diesen mutigen Anfang, wobei sie sechs Kindern ein Dach über dem Kopf bieten konnte.

Bis die Betten angefertigt waren, schliefen die Kinder auf dem Fussboden.

Heute

DSC00797 Heute leben 200 Kinder im Alter von 1- 20 Jahren im Heim. Zusätzlich besuchen 150 Kinder aus ärmsten Verhältnissen die Tagesschule. Diese werden täglich mit dem Bus ins NAG und am Abend wieder nach Hause gefahren. Obwohl das NAG mittlerweile eine stattliche Grösse erreicht hat, herrscht im Heim eine sehr familiäre Atmosphäre. Stärkere helfen den Schwächeren, Ältere den Jüngeren. Zudem sorgt ein “Ämtliplan” für eine gewisse Struktur, zu der beispielsweise abwaschen, den Vorplatz wischen oder den Gemeinschaftsraum putzen gehört.
Da in Nepal die Geburten nicht registriert werden, kennen die Kinder ihr richtiges Geburtsdatum oftmals nicht.

Die Schule

DSC00727Seit 1998 ist die „Niten Memorial School“ im NAG staatlich anerkannt. Bereits seit März 1995 arbeiten die Lehrer nach dem offiziellen Unterrichtsprogramm, das unter anderem Nepalesisch, Englisch, Mathematik, Geometrie und Sozialkunde umfasst. Englisch ist in den höheren Klassen die Unterrichtssprache. Ab der 11. Klasse teilt sich der Lehrplan in drei Studienrichtungen: Science (Natuwissenschaften), Humanities (Geisteswissenschaften) und Commerce (Wirtschaft). Seit 2012 ist NAG für Humanities registriert und kann diese Studienrichtung im NAG anbieten. Jugendliche, die eine der anderen Studienrichtung wählen, besuchen die Klassen 11 und 12 in Privatschulen in Kathmandu. Der Grund: Für den Chemie- und Physikunterricht wird ein umfangreich ausgestattetes Labor benötigt. NAG verfügt über kein solches Labor.
Die Kosten für diese Privatschulen übernimmt das NAG.

Die Verpflegung

DSC00669Täglich werden in der Esshalle hunderte Mahlzeiten ausgeteilt. Die 200 Kinder die im NAG wohnen, erhalten neben einem Frühstück auch mittags und abends eine vollwertige Mahlzeit. Zusätzlich bekommen die 150 Tagesschüler ihr Mittagessen im NAG. Da die Esshalle zu klein ist um allen Kindern gleichzeitig Platz zu bieten, werden die Mahlzeiten gestaffelt ausgeteilt. Trotz dem täglichen Grossandrang ist das Mittagessen innerhalb von kurzer Zeit erledigt. 30 Minuten später haben die Kinder sämtliches Geschirr gespült und wieder verstaut.
Das Abwaschen kann eine Strafe sein für nicht eingehaltene NAG Regeln.

Die Freizeit

IMG_0609Die Kinder haben diverse Möglichkeiten die Zeit vor und nach der Schule zu verbringen. Es gibt verschiedene Workshops für Jugendliche bei denen auch die handwerklichen Fähigkeiten geschult werden. Im NAG befindet sich eine Schreiner-, Motorrad- und Töpferwerkstatt. Zudem werden Handarbeits- und Kochkurse angeboten. Sport und Spiel gehören ebenfalls dazu, sei es auf dem NAG-Basketballplatz, dem Badmintonfeld im Freien oder dem improvisierten Fussballfeld im Innenhof sowie auf den Plätzen der umliegenden öffentlichen Schulen. Taekwondo ist ebenfalls eine sehr beliebte Aktivität der NAG-Schüler. Die kleineren Kinder haben einen Spielplatz mit Klettergerüst, Schaukel, Rutschbahn und Spielhaus. Für Leseratten gibt es seit 2010 eine hauseigene Bibliothek mit Ausleihe.
Der Spielplatz für die Kleinen wurde in der eigenen Schreinerwerkstatt gebaut.